
Himbeere
Rubus idaeus
Sommerhimbeeren tragen an vorjährigen Ruten, Herbsthimbeeren an diesjährigen. Davon hängt ab, welche Ruten du wann abschneidest.
- EinschätzungEinsteiger
- Befruchtung
- ErziehungRuten am Spalier, 8–10 je laufendem Meter
- ErntezeitSommerhimbeeren ab Ende Juni/Juli, Herbsthimbeeren von August bis zum Frost.
Der Schnitt
Sommerhimbeeren tragen an vorjährigen Ruten, die nach der Ernte absterben. Die diesjährigen Ruten bleiben für die nächste Ernte stehen. Herbsthimbeeren tragen an diesjährigen Trieben; für eine Herbsternte schneidest du im Spätwinter alle Ruten bodennah ab.
| Erziehungsform | Ruten am Spalier, 8–10 je laufendem Meter |
|---|---|
| Zeitpunkt | Sommerhimbeere: abgetragene Ruten gleich nach der Ernte (je nach Sorte Juli/August) bodennah heraus. Herbsthimbeere: für eine Herbsternte alle Ruten am Ende des Winters (Februar/März) bodennah abschneiden. |
| Warum dann | Abgetragene Sommerhimbeerruten sind krankheitsanfällig und werden gleich nach der Ernte entfernt. Herbsthimbeeren treiben nach dem bodennahen Spätwinterschnitt neu aus und tragen daran im Herbst. |
| Wundheilung | gut – verschließt Wunden zuverlässig |
- J
- F
- M
- A
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- O
- N
- D
- Hauptschnitt
Recht & Natur: Dieses Schnittfenster liegt in der Schutzzeit (1. März – 30. September). Schonende Pflege kann zulässig sein; starke Eingriffe unterliegen je nach Gehölz und Standort dem Verbot des § 39 BNatSchG. Artenschutz und örtliche Regeln sind immer zu beachten. Mehr im Rechtskapitel.
Vermeiden: Bei der Sommerhimbeere nicht die jungen, noch grünen Ruten herausschneiden – an ihnen hängt die Ernte des nächsten Jahres; heraus kommen nur die abgetragenen, verholzten Ruten.
Schritt für Schritt
Zuerst den Typ klären: Sommerhimbeere (eine Ernte im Hochsommer, an vorjährigen Ruten) oder Herbsthimbeere (Ernte ab Spätsommer/Herbst, am diesjährigen Trieb).
Sommerhimbeere: gleich nach der Ernte die abgetragenen (zweijährigen) Ruten bodennah herausschneiden, die jungen grünen Ruten stehen lassen und anbinden.
Herbsthimbeere: am Ende des Winters (Februar/März) alle Ruten bodennah abschneiden.
In beiden Fällen auf 8 bis 10 kräftige Ruten je laufendem Meter ausdünnen und gleichmäßig am Spalier verteilen.
Schwache, dünne oder kranke Ruten immer zuerst entfernen.
- Sommer- und Herbsthimbeere verwechseln: Bei Sommerhimbeeren kostet das Entfernen der jungen Ruten die nächste Ernte. Herbsthimbeeren lassen sich auch für zwei Ernten ziehen; die hier beschriebene einfache Kultur zielt auf eine Herbsternte.
- Zu viele Ruten stehen lassen – über 10 je Meter wird der Bestand dicht, dunkel und anfällig, die Beeren bleiben klein.
- Abgetragene Ruten den Winter über stehen lassen – sie übertragen Rutenkrankheiten auf die jungen Ruten.

KI-Illustrationen, redaktionell gegen die belegten Schnittregeln geprüft – schematisch, nicht maßstabsgetreu.
Standort, Pflege & Ernte
Standort und Pflanzung
| Licht | Sonnig bis leicht halbschattig, gern windgeschützt; in voller Sonne werden die Beeren am süßesten. |
|---|---|
| Boden | Humusreich, locker und gleichmäßig feucht, eher leicht sauer; keine Staunässe. Mulchen hält den Boden kühl und feucht. |
| Pflanzung | In Reihe an einem Draht- oder Lattengerüst (Spalier), die Ruten gut verteilt anbinden; je laufendem Meter nur 8 bis 10 Ruten stehen lassen, damit es luftig bleibt. Himbeeren breiten sich über Wurzelausläufer aus – eine Wurzelsperre oder ein begrenztes Beet hält sie im Zaum. |
| Befruchtung | Selbstfruchtbar – ein einzelner Stock oder eine Sorte trägt zuverlässig. |
Ernte und Lagerung
| Erntezeit | Sommerhimbeeren ab Ende Juni/Juli, Herbsthimbeeren von August bis zum Frost. |
|---|---|
| Reifezeichen | Reif, wenn sich die Beere leicht und ohne den weißen Zapfen vom Fruchtboden löst; reife Himbeeren mehrmals pro Woche und am besten trocken pflücken. |
| Lagerung | Sehr empfindlich, frisch nur ein bis zwei Tage haltbar; ideal zum sofortigen Verzehr, zum Einfrieren (einzeln vorgefroren) oder für Konfitüre. |
Krankheiten und Schädlinge
- Himbeerrutenkrankheit (unter anderem Didymella applanata): Violettbraune Flecken und absterbende Ruten. Entferne abgetragene und kranke Ruten bald nach der Ernte bodennah. Lichte früh aus, damit der Bestand abtrocknet. Die Himbeerrutengallmücke begünstigt die Pilzinfektion.
- Himbeerkäfer (Byturus tomentosus): Seine Larve ist die „Made“ in der reifen Himbeere – Bestandshygiene und frühzeitiges Auslichten mindern den Befall.
- Grauschimmel-Fruchtfäule (Botrytis cinerea): Pelzig-grau faulende Beeren, vor allem in feucht-dichten Beständen – luftig ziehen, nicht zu dicht stellen und reife Beeren zügig ernten.
Praxistipps
- Ein einfaches Spalier aus zwei, drei Drähten zwischen Pfosten hält die Ruten aufrecht, luftig und gut erreichbar – ohne Stütze knicken sie unter der Last.
- Himbeeren wandern: über Wurzelausläufer verlassen sie ihre Reihe. Eine Wurzelsperre oder das jährliche Abstechen der Ausläufer hält den Bestand an Ort und Stelle.
Quellen und Prüfung
Gegen diese Quellen geprüft am 2026-07-01.
- Beltz/Großmann, „Handbuch Pflanzenschnitt“ (Ulmer, 3. Aufl.), Obst-Kapitel S. 217 f. u. 299 f. (Himbeere) (Tier A)
- Lucas, „Anleitung zum Obstbau“ (Ulmer, 32. Aufl. 2002), Kap. 4.16/12.8 – selbstfruchtbar; wasserbedürftig, Chlorose auf kalkreichen Böden; sommer- vs. herbsttragende (remontierende) Ruten; bestätigt Rutenkrankheit (Didymella applanata), Rutengallmücke (Resseliella theobaldii), Himbeerkäfer (Byturus tomentosus) (Tier A)
- Jakubik, „Grundkurs Obstbaumschnitt“ (Ulmer, 2019), Kap. „Schnitt bei Beerenobst“ (Tier B)
- LfL Bayern, Integrierter Pflanzenschutz im Kleingarten: „Himbeeren – Krankheiten und Schädlinge“ (Tier B)
- LWG/Bayer. Gartenakademie, Merkblatt Nr. 3161 „Empfehlenswerte Beerenobst-Sorten“ (Tier B)