
Johannisbeere
Ribes rubrum (rote/weiße) · Ribes nigrum (schwarze)
Entferne regelmäßig die ältesten Fruchtäste. Schwarze Johannisbeeren brauchen mehr junge Triebe als rote und weiße Sorten.
- EinschätzungEinsteiger
- ErziehungLuftiger Strauch mit Ästen verschiedener Altersklassen oder kleines Hochstämmchen
- ErntezeitRote und weiße Johannisbeeren ab Ende Juni bis Juli, die schwarze etwas später im Juli.
Der Schnitt
Rote und weiße Johannisbeeren tragen vor allem an kurzen Seitentrieben des zwei- und mehrjährigen Holzes. Schwarze tragen am einjährigen Langtrieb und brauchen mehr Neuwuchs. Ersetze in beiden Fällen alte Fruchtäste durch junge Bodentriebe; nutze sie höchstens vier Jahre.
| Erziehungsform | Luftiger Strauch mit Ästen verschiedener Altersklassen oder kleines Hochstämmchen |
|---|---|
| Zeitpunkt | Im Spätwinter (Ende Februar bis Mitte März) oder unmittelbar nach der Ernte (Juli). |
| Warum dann | Der Schnitt nach der Ernte bremst den Wuchs und eignet sich für stark wachsende Sträucher. Der Spätwinterschnitt fördert neue Triebe. |
| Wundheilung | gut – verschließt Wunden zuverlässig |
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- Hauptschnitt
- weiteres Schnittfenster
Recht & Natur: Dieses Schnittfenster liegt in der Schutzzeit (1. März – 30. September). Schonende Pflege kann zulässig sein; starke Eingriffe unterliegen je nach Gehölz und Standort dem Verbot des § 39 BNatSchG. Artenschutz und örtliche Regeln sind immer zu beachten. Mehr im Rechtskapitel.
Vermeiden: Den Strauch nicht überaltern lassen: Über vier Jahre altes Fruchtholz trägt nur noch kleine Beeren und verkahlt – wer nie die ältesten Äste herausnimmt, erntet von Jahr zu Jahr weniger.
Schritt für Schritt
Den Strauch luftig aufbauen: ein Gerüst aus mehreren Altersklassen, durch das genug Licht ins Innere fällt.
Jedes Jahr 3 bis 5 starke, gut stehende Bodentriebe als Nachwuchs stehen lassen, überzählige und schwache Jungtriebe entfernen.
Die ältesten Fruchtäste herausnehmen, sobald sie vier Jahre alt sind – bodennah, ohne Stummel; so bleibt das tragende Holz jung.
Bei der schwarzen Johannisbeere kräftiger eingreifen: Sie trägt am einjährigen Langtrieb, also mehr altes Holz heraus und mehr junge Triebe nachziehen.
Schneiden im Spätwinter (Ende Februar bis Mitte März) oder gleich nach der Ernte; der Nacherntetermin bremst zu wüchsige Sträucher.
- Nie die alten Äste herausnehmen – der Strauch verkahlt, vergreist und trägt nur noch kleine Beeren im dichten Inneren.
- Die schwarze Johannisbeere wie die rote behandeln – sie trägt am einjährigen Langtrieb und braucht kräftigeren Rückschnitt, der reichlich neue Bodentriebe nachzieht.
- Den Strauch zu dicht stehen lassen – ohne Licht und Luft im Inneren reifen die inneren Trauben schlecht und Pilzkrankheiten breiten sich leichter aus.

KI-Illustrationen, redaktionell gegen die belegten Schnittregeln geprüft – schematisch, nicht maßstabsgetreu.
Standort, Pflege & Ernte
Standort und Pflanzung
| Licht | Sonnig bis halbschattig; rote und weiße Sorten vertragen Halbschatten gut, die schwarze Johannisbeere und der beste Geschmack wollen mehr Sonne. |
|---|---|
| Boden | Humos, nährstoffreich und gleichmäßig feucht, ohne Staunässe; eine Mulchdecke aus Kompost oder Laub hält den flach wurzelnden Strauch gleichmäßig versorgt. |
| Pflanzung | Wurzelnackt in der Vegetationsruhe (Herbst bis zeitiges Frühjahr) oder ganzjährig aus dem Container; als Strauch mit 1 bis 1,5 m Abstand, auch als kleines Hochstämmchen am Pfahl. Beim Pflanzen einige kräftige Bodentriebe als Gerüst behalten, schwache entfernen. |
Ernte und Lagerung
| Erntezeit | Rote und weiße Johannisbeeren ab Ende Juni bis Juli, die schwarze etwas später im Juli. |
|---|---|
| Reifezeichen | Reif, wenn die ganze Traube durchgefärbt ist – Johannisbeeren reifen nach dem Pflücken nicht nach, darum erst ernten, wenn auch die Beeren am Traubengrund Farbe haben. Ganze Rispen abzupfen schont die Früchte. |
| Lagerung | Frisch nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar; gut zum Einkochen, für Gelee und Saft oder zum Einfrieren. |
Krankheiten und Schädlinge
- Amerikanischer Stachelbeermehltau (Sphaerotheca mors-uvae): Weißgrauer, später braunfilziger Belag, vor allem an schwarzen Johannisbeeren und Stachelbeeren. Befallene Früchte reifen nicht aus. Schneide befallene Triebspitzen im Winter ins gesunde Holz zurück, vernichte das Schnittgut und wähle mehltautolerante Sorten.
- Säulenrost der schwarzen Johannisbeere (Cronartium ribicola): Braucht die fünfnadelige Weymouths-Kiefer als Zwischenwirt – von solchen Kiefern räumlich trennen und befallenes Laub entfernen; robuste Sorten wie ‚Titania‘.
- Johannisbeergallmilbe (Cecidophyopsis ribis): Kugelig geschwollene Knospen. Die Milbe überträgt das Virus der Brennnesselblättrigkeit. Vorzeitiger Blüten- oder Fruchtfall (Verrieseln) kann auch andere Ursachen haben. Entferne befallene Knospen und Triebe; nutze milbenfreies Pflanzgut und robuste Sorten wie „Titania“.
- Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis): Blattflecken und vorzeitiger Laubfall in nassen Jahren – schattige, dichte Lagen meiden, regelmäßig auslichten und Falllaub beseitigen, widerstandsfähige Sorten.
Praxistipps
- Rote und weiße Johannisbeeren eignen sich für Einsteiger: Sie vertragen Halbschatten und Schnittfehler.
- Als kleines Hochstämmchen gezogen brauchen Johannisbeeren wenig Platz und lassen sich bequem ohne Bücken ernten; das Stämmchen braucht aber einen Pfahl, weil es unter der Last kopflastig wird.
- Mulche mit Kompost oder Laub. Das hält den Boden gleichmäßig feucht, versorgt die flachen Wurzeln und fördert größere Beeren.
Quellen und Prüfung
Gegen diese Quellen geprüft am 2026-07-01.
- Beltz/Großmann, „Handbuch Pflanzenschnitt“ (Ulmer, 3. Aufl.), Obst-Kapitel S. 217 f. u. 303 f. (Johannis-/Stachelbeere) (Tier A)
- Lucas, „Anleitung zum Obstbau“ (Ulmer, 32. Aufl. 2002), Kap. 4.14/12.7 – sehr flachwurzelnd, Blüten spätfrostempfindlich (‚Verrieseln‘ knapp über 0 °C, z. B. ‚Jonkheer van Tets‘); bestätigt die Erregernamen (Sphaerotheca mors-uvae, Cronartium ribicola, Cecidophyopsis ribis, Drepanopeziza ribis) (Tier A)
- Jakubik, „Grundkurs Obstbaumschnitt“ (Ulmer, 2019), Kap. „Schnitt bei Beerenobst“ (Tier B)
- LfL Bayern, Integrierter Pflanzenschutz im Kleingarten: „Johannisbeeren und Stachelbeeren – Krankheiten und Schädlinge“ (Tier B)
- LWG/Bayer. Gartenakademie, Merkblatt Nr. 3161 „Empfehlenswerte Beerenobst-Sorten“ (Tier B)