Beerenobst

Kiwi

Actinidia arguta (Mini-Kiwi) · A. deliciosa (Kiwi)

Kiwis wachsen stark und brauchen ein stabiles Spalier sowie regelmäßigen Schnitt. Meist sind männliche und weibliche Pflanzen für die Ernte nötig.

  • EinschätzungFortgeschritten
  • BefruchtungBraucht Befruchter
  • ErziehungBleibendes Gerüst am Spalier oder an der Pergola, als freier Fächer, Palmette oder Dachlaube
  • ErntezeitMini-Kiwis reifen sorten- und lageabhängig im September/Oktober; ‚Weiki‘ meist Anfang bis Mitte Oktober. Großfrüchtige Kiwis brauchen ein mildes Klima und werden meist später geerntet.
Schnittanleitung

Der Schnitt

Die Kiwi blüht an der Basis einjähriger Triebe aus zweijährigem Holz. Erhalte ein festes Gerüst und ersetze abgetragene Fruchtäste abschnittweise im Dreijahresrhythmus durch junge Triebe. Mehrfaches Einkürzen kräftiger Sommertriebe fördert Blüten an den Basisknospen.

ErziehungsformBleibendes Gerüst am Spalier oder an der Pergola, als freier Fächer, Palmette oder Dachlaube
ZeitpunktErhaltungsschnitt in der tiefen Winterruhe (Januar/Februar), bevor der Saftfluss einsetzt; dazu im Sommer (Juni–August) kräftige Neutriebe einkürzen.
Warum dannDie LWG empfiehlt für Kiwibeeren die tiefe Winterruhe oder den Sommer: Im März und April können Schnittstellen stark bluten. Deshalb nach Pflanzenentwicklung und Witterung entscheiden, nicht erst beim sichtbaren Austrieb schneiden.
Wundheilunggut – verschließt Wunden zuverlässig
Schnittfenster im Jahr
  1. J
  2. F
  3. M
  4. A
  5. M
  6. J
  7. J
  8. A
  9. S
  10. O
  11. N
  12. D
  • Hauptschnitt
  • weiteres Schnittfenster

Recht & Natur: Dieses Schnittfenster liegt in der Schutzzeit (1. März – 30. September). Schonende Pflege kann zulässig sein; starke Eingriffe unterliegen je nach Gehölz und Standort dem Verbot des § 39 BNatSchG. Artenschutz und örtliche Regeln sind immer zu beachten. Mehr im Rechtskapitel.

Vermeiden: Kein regulärer Spätwinter-/Frühjahrsschnitt bei bereits einsetzendem Saftfluss. Kiwibeeren können dann stark bluten. Winterharte Pflanzen sind außerdem nicht vor Schäden am frühen Austrieb durch Spätfrost geschützt.

Schritt für Schritt

  1. Ein stabiles Spalier oder eine Pergola bauen – die Pflanze wird schwer und alt, das Gerüst muss halten.

  2. Aus den Bodentrieben Leitäste am Draht anleiten (Freier Fächer/Palmette); jeden Draht nur mit einem Gerüstast belegen.

  3. In der tiefen Winterruhe vor dem Saftfluss abgetragene Fruchtäste durch junge Ersatztriebe erneuern; das Fruchtholz abschnittweise im Dreijahresrhythmus austauschen.

  4. Während des Sommers die kräftigen Fruchttriebe etwa vier bis fünf Augen hinter der letzten Frucht einkürzen, den erneuten Austrieb noch einmal auf ein bis zwei Augen – so setzen die Basisknospen Blüten an.

  5. Die männliche Pflanze nach der Blüte kräftig zurückschneiden, damit sie die weibliche nicht überwächst.

Typische Fehler
  • Nur eine Pflanze setzen – ohne männliche Pflanze in der Nähe bleibt die weibliche meist ohne Ertrag; ‚selbstfruchtbare‘ Sorten tragen erfahrungsgemäß weniger.
  • Den Sommerschnitt weglassen – dann wachsen die Triebe meterlang und verkahlen, die Ernte bleibt aus.
  • Die männliche Pflanze wuchern lassen – sie ist wüchsiger als die weibliche und unterdrückt sie mit der Zeit; im Ertragsalter ist sie nur Pollenspender und wird nach der Blüte stark zurückgeschnitten.
Schematische Schnittillustration einer Kiwi am Drahtspalier: Drei Fruchttriebe tragen unten Mini-Kiwis und darüber je fünf Blätter; anschließend markieren gestrichelte Linien den Sommerschnitt, während das Gerüst und ein junger Ersatztrieb bleiben.
Kiwi im Sommer schneiden: Kräftige Fruchttriebe vier bis fünf Augen hinter der letzten Frucht einkürzen; das bleibende Gerüst und junge Ersatztriebe werden angebunden. So setzen die Basisknospen Blüten an und die Ertragszone wandert nicht nach außen. Bild vergrößern ↗

KI-Illustrationen, redaktionell gegen die belegten Schnittregeln geprüft – schematisch, nicht maßstabsgetreu.

Der ganze Baum

Standort, Pflege & Ernte

Standort und Pflanzung

LichtSonnig, warm und windgeschützt, etwa an einer sonnigen Wand oder Pergola. Mini-Kiwis sind winterhart.
BodenHumos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht und durchlässig; keine Staunässe.
PflanzungAn einem stabilen Spalier, einer Pergola oder Hauswand ziehen. Die Triebe winden sich selbst um das Gerüst. Wegen des starken Wuchses mindestens 3 m Pflanzabstand einhalten.
BefruchtungMeist zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten sitzen auf getrennten Pflanzen. Setze zu einer oder mehreren weiblichen Pflanzen eine männliche als Pollenspender. Auch als selbstfruchtbar angebotene Sorten tragen ohne männliche Pflanze oft weniger.

Ernte und Lagerung

ErntezeitMini-Kiwis reifen sorten- und lageabhängig im September/Oktober; ‚Weiki‘ meist Anfang bis Mitte Oktober. Großfrüchtige Kiwis brauchen ein mildes Klima und werden meist später geerntet.
ReifezeichenDie Mini-Kiwi ist eine stachelbeergroße Beere mit glatter, essbarer Schale – reif, wenn sie weich wird und süß schmeckt. Feste Früchte reifen bei Zimmertemperatur nach.
LagerungReife Früchte zügig verbrauchen. Feste Früchte können bei Zimmertemperatur nachreifen.

Praxistipps

  • Kiwis können Pergolen und Lauben dicht bedecken. Plane ausreichend Platz und ein dauerhaft stabiles Gerüst ein.
  • Für unsere Breiten ist die Mini-Kiwi (Actinidia arguta, z. B. ‚Weiki‘) die robuste, winterharte Wahl; ihre stachelbeergroßen Früchte isst man mit Schale.
Quellen und Prüfung

Gegen diese Quellen geprüft am 2026-07-01.