Die vier Grundregeln
Vier Grundregeln zeigen, wie du die Krone aufbaust und Schnitte setzt. Wie stark und wann du schneidest, hängt von Baumart und Schnittziel ab.
Vier Grundlagen für den Schnitt
Aststellung und Saftwaage
Steil stehende Triebe wachsen stark und tragen wenig. Flacher gestellte Äste wachsen weniger stark und bilden eher Fruchtholz. Die Saftwaage bezeichnet die annähernd gleiche Höhe der Leitastspitzen beim Kronenaufbau; die Stammverlängerung bleibt darüber.
Die Aststellung. Steil stehende Triebe wachsen stark, tragen aber wenig; flach gestellte Äste wachsen ruhig und bilden Fruchtholz. Durch Aufrichten oder Abspreizen beeinflusst du Wuchs und Ertrag. Schaubild nach Riess, „Obstbaumschnitt in Bildern“ (S. 11–15). Am Astring schneiden
Der Astring ist die Verdickung am Astansatz. Schneide knapp außerhalb davon, ohne den Stamm zu verletzen oder einen Stummel stehen zu lassen. Das Gewebe des Astrings hilft, die Wunde abzuschotten und mit neuem Gewebe zu schließen (Überwallung). Gezielte Erneuerungszapfen, etwa beim Pfirsich, sind eine Ausnahme.
Am Astring schneiden. Schneide knapp außerhalb des verdickten Astrings. Ein bündiger Schnitt verletzt den Stamm; ein Stummel stirbt zurück und fault. Erhalte den Astring, damit sein Gewebe die Wunde schließen kann. Glätte nur ausgefranste Wundränder. Glatte Schnittflächen brauchen keine Nacharbeit. Schaubild nach Riess, „Obstbaumschnitt in Bildern“ (S. 20–22). Über einer nach außen zeigenden Knospe schneiden
Beim Kronenaufbau kürzt du einen Trieb etwa 5 mm über einer nach außen zeigenden Knospe ein. Diese Knospe heißt auch „Auge“. Setze den Schnitt schräg; die Knospe gibt dem neuen Trieb die Richtung vor. Das ist ein Anschnitt. Beim Ableiten schneidest du einen Ast bis zu einem vorhandenen Seitentrieb zurück.
Aufs nach außen stehende Auge. Triebe schräg, etwa 5 mm oberhalb einer nach außen zeigenden Knospe anschneiden – der Schnitt von der Knospe weg geneigt, damit Wasser abläuft. So wächst der neue Trieb nach außen und die Krone bleibt offen. Schaubild nach Riess, „Obstbaumschnitt in Bildern“ (S. 16–19). Licht und Luft
Auslichten geht vor Einkürzen. Eine luftige Krone trocknet schneller ab und ist deutlich weniger anfällig für Pilzkrankheiten.
Auslichten geht vor Einkürzen. Zu dicht stehende und nach innen wachsende Zweige ganz herausnehmen, statt überall die Spitzen zu kappen. In eine offene, luftige Krone fällt mehr Licht, sie trocknet nach Regen schneller ab und ist damit deutlich weniger anfällig für Pilzkrankheiten. Schaubild nach Riess, „Obstbaumschnitt in Bildern“ (S. 7 u. 50: bessere Belichtung der offenen Krone).