
Quitte
Cydonia oblonga
Quitten bleiben vergleichsweise klein und brauchen wenig Schnitt. Die meisten Sorten tragen auch als Einzelbaum.
- EinschätzungEinsteiger
- BefruchtungTeils selbstfruchtbar
- ErziehungBusch oder Hohlkrone ohne durchgehende Mittelachse
- ErntezeitJe nach Sorte und Lage etwa Ende September bis Mitte Oktober; vor stärkeren Frösten ernten.
Der Schnitt
Quitten tragen an Kurztrieben, die am vorjährigen Langholz entstehen. Erhalte die einjährigen Langtriebe ungekürzt. Entferne vor allem nach innen wachsende, sich reibende und zu dicht stehende Triebe.
| Erziehungsform | Busch oder Hohlkrone ohne durchgehende Mittelachse |
|---|---|
| Zeitpunkt | Sparsamer Winterschnitt im laubfreien Zustand (Februar–März), an einem frostfreien, trockenen Tag. |
| Warum dann | Ohne Laub ist die Krone gut erkennbar. Die Quitte verträgt den Winterschnitt gut und braucht meist nur gelegentliches Auslichten. |
| Wundheilung | gut – verschließt Wunden zuverlässig |
- J
- F
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- D
- Hauptschnitt
Recht & Natur: Dieses Schnittfenster liegt in der Schutzzeit (1. März – 30. September). Schonende Pflege kann zulässig sein; starke Eingriffe unterliegen je nach Gehölz und Standort dem Verbot des § 39 BNatSchG. Artenschutz und örtliche Regeln sind immer zu beachten. Mehr im Rechtskapitel.
Vermeiden: Die einjährigen Langtriebe nicht einkürzen – an ihnen bilden sich im Folgejahr die fruchttragenden Kurztriebe; wer sie kappt, schneidet den Ertrag weg. Ein strenger jährlicher Fruchtholzschnitt wie beim Pfirsich ist unnötig.
Schritt für Schritt
Im Spätwinter an einem frostfreien, trockenen Tag die laubfreie Krone prüfen.
Totholz und kranke, von Fruchtfäule befallene Triebe ins gesunde Holz zurücknehmen.
Nach innen wachsende, sich reibende und zu dicht stehende Triebe herausnehmen, damit Licht und Luft ins Kroneninnere kommen.
Die einjährigen Langtriebe stehen lassen, nicht einkürzen – an ihnen sitzt das künftige Fruchtholz.
Bei der jungen Quitte drei bis vier Leitäste auf Saftwaage aufbauen; eine Hohlkrone ohne durchgehende Mittelachse belichtet das Innere am besten.
- Die einjährigen Langtriebe einkürzen – damit entfernt man genau das Holz, an dem im nächsten Jahr die fruchtenden Kurztriebe entstehen.
- Die robuste, ohnehin kleinwüchsige Quitte jedes Jahr stark zurückschneiden – sie braucht deutlich weniger Schnitt als Apfel oder Birne.
- Die Krone dicht stehen lassen – im feuchten Inneren breiten sich Fruchtfäule und Blattbräune leichter aus.



KI-Illustrationen, redaktionell gegen die belegten Schnittregeln geprüft – schematisch, nicht maßstabsgetreu.
Standort, Pflege & Ernte
Standort und Pflanzung
| Licht | Sonnig bis leicht halbschattig und warm; das Holz ist frostempfindlich, daher in rauen Lagen eine geschützte Stelle – die Quitte reift spät und braucht einen langen, milden Herbst zum Ausreifen. |
|---|---|
| Boden | Tiefgründig, nährstoffreich und ausreichend feucht, aber nicht staunass; kalkhaltige, schwere und magere Böden bekommen ihr nicht gut (Chlorose- und Wuchsprobleme). |
| Pflanzung | Wurzelnackt in der Vegetationsruhe (Oktober–März, frostfrei); veredelt auf mittelstarke Quittenunterlagen (Quitte A, BA 29 oder Adams), meist als Busch oder kleine Hohlkrone mit 4–5 m Abstand. Die meisten Sorten sind selbstfruchtbar; bei ‚Leskovacz‘ eine passende Partnersorte einplanen. |
| Befruchtung | Die meisten Sorten tragen als Einzelbaum; ‚Leskovacz‘ gilt als Ausnahme und braucht einen passenden Befruchter. Bei der Sortenwahl gezielt nachfragen. |
Ernte und Lagerung
| Erntezeit | Je nach Sorte und Lage etwa Ende September bis Mitte Oktober; vor stärkeren Frösten ernten. |
|---|---|
| Reifezeichen | Voll goldgelb ausgefärbt und stark duftend, die Kerne braun; der anfangs graue Flaum reibt sich leicht ab. Die Frucht wiegt 150–500 g, bleibt hart und wird roh nicht weich – die Reife zeigt sich an Farbe und Duft, nicht an der Festigkeit. |
| Lagerung | Einige Wochen kühl lagerbar; verströmt dabei ein intensives Aroma, deshalb nicht neben anderes Obst legen. Roh kaum genießbar – verarbeitet zu Gelee, Mus, Likör oder Quittenbrot. |
Krankheiten und Schädlinge
- Feuerbrand (Erwinia amylovora): Braun-schwarz welkende Triebspitzen. Die Quitte ist anfällig; Verdacht fachlich abklären und Hygienemaßnahmen beachten. Die frühere bundesweite Meldepflicht ist aufgehoben. Zur regulären Pflege den Spätwinter bevorzugen; befallenes Holz nicht bis dahin stehen lassen.
- Blattbräune und Quitten-/Gitterrost: Pilzbefall mit Blattflecken. Luftige Krone und das Entfernen von Falllaub beugen vor.
- Frucht- und Trieb-Monilia: Am Baum faulende Früchte; befallenes Obst und Fruchtmumien entfernen.
Praxistipps
- Wegen des Feuerbrandrisikos im Spätwinter (Ende Februar–Anfang März, frostfrei) schneiden, nicht im Sommer.
Quellen und Prüfung
Gegen diese Quellen geprüft am 2026-06-28.
- Beltz/Großmann, „Handbuch Pflanzenschnitt“ (Ulmer, 3. Aufl.), Obst-Kapitel S. 266 ff. (Blühverhalten S. 207) (Tier A)
- Lucas, „Anleitung zum Obstbau“ (Ulmer, 32. Aufl. 2002), Kap. 4.5/5.3 – in DE fast nur Hausgarten; die meisten Sorten selbstfruchtbar → als Einzelbaum pflanzbar; Chlorose bei pH > 7, keine Staunässe, frostanfällig; zur Blüte hoch feuerbrandanfällig (‚Cydora Robust‘ feuerbrandresistent); Unterlage Quitte A (Tier A)
- LWG Bayerische Gartenakademie, Merkblatt 3154 „Die Quitte (Cydonia oblonga)“ (Standort, Unterlagen, Reife, Krankheiten, Schnitt Ende Februar–Anfang März) (Tier B)
- LfL, „Feuerbrand“ – Diagnose, Maßnahmen und aufgehobene Meldepflicht seit 2023 (Tier B)
- „Naturgemäßer Obstbaumschnitt“ (anonymes Lehr-Handout) – nur indikative Querbestätigung (wenig Schnitt, Auslichten im zeitigen Frühjahr) (Tier C)